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stelle ich Ihnen allmonatlich einen Text von mir vor. Getippt auf der Cherry CyMotion Master Solar Tastatur mit dem wohltönenden Anschlag. Weiterer Text fließt aus der Feder eines Meisterstücks von Mont Blanc und eines Kolbenfüllers von Aurora. Tinte von Waterman, purpur und grün. Korrekturen finden statt mit einem rot-blauen Kopierstift von Faber-Castell. |
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Wie und wann haben Sie angefangen sich für
Magie zu interessieren? Schon in
meiner Jugend war ich an metaphysischen Phänomenen interessiert. Damals sprach
man noch überwiegend von PSI. Ich sah das ganze recht kritisch. Nicht zu
unrecht, da die meisten okkulten, magischen Phänomene auf Täuschung und
Selbsttäuschung beruhen. Durch meine Auseinandersetzung mit dem Okkulten verstärkte
sich mein Interesse an der Magie, die ich einmal als schwarze Kunst
(Bühnenmagie), zum anderen als psychologisches Wirken und nicht zuletzt als
spirituelles Geschehen wahrnahm. Finden Sie, dass man Magie in schwarze und
weisse Magie unterteilen kann, oder finden Sie, dass Magie weder gut noch
schlecht sein kann, sondern einfach nur Magie ist? Das hat vor
allem mit dem wörtlichen Verständnis zu tun. Solange man Magie als Verzauberung
begreift, erscheint sie als eine uniforme Kraft, die einen Menschen in ihren
Bann schlägt. Im Animismus, der Vorstellung von der Allbeseelung der Welt, ist
dies zum Beispiel so. Als Kind lebt man in einer solchen Welt, sobald man
verliebt ist, gewinnt man wieder eine Ahnung davon. Begreift
man Magie jedoch als Wirkung, beginnt man, die Art der Kraft zu unterscheiden,
beziehungsweise können tatsächlich zwei unterschiedliche Kräfte aufscheinen.
Dieserart Magie basiert auf Anrufung. Es wird die eine oder die andere Kraft
beschworen, je nachdem welche Absicht unterstützt werden soll. Das Ritual ist
der Rahmen für diese Anrufung beziehungsweise der Ort, der der angerufenen
Kraft Dauer verleihen soll. Auf einer
niederen volkstümlichen Ebene teilt man weiße und schwarze Magie in Schutz- und
Abwehrzauber sowie in Schadenszauber. Viele meinen, dass sie hierbei mit ein
und derselben Kraft arbeiten, weil Sie das Ritual für den Zauber halten und
dahinter eine einheitliche Kraft vermuten. Dem ist allerdings nicht so. Das
Ritual ist nur der Prozess, durch den eine Kraft angerufen und gelenkt wird. Die
Kraft, die Gutes, bewirken soll, unterscheidet sich jedoch in ihrer Qualität
und somit auch in ihrer Art von der, die Schlechtes bewirken soll. In einem
höheren Verständnis geht es bei Magie nicht um volkstümliche Zauberhandlungen,
mit denen man sich und sein Haus vor Bösem Schützen will, oder einem gemeinen
Menschen, die Pest an den Hals zaubern möchte. Vielmehr geht es bei der
„höheren Magie“ um Erkenntniswege. Der eine
ist der schwarze Weg. Er wird auch Goëtie (dämonische Anrufung) genannt. Er
führt zur Selbstvergottung. Der Mensch will alle Kraft in sich erstehen lassen,
so dass er zum Schöpfer und Herrscher seiner Welt und über sich selbst wird.
Der Mensch will durch seine Magie die metaphysischen Kräfte vollkommen
beherrschen. Er soll nicht mehr Spielball der Götter sein, sondern derjenige,
der die Götter zu zwingen weiß. Der andere
Weg ist der Weg der weißen Magie. Er wird auch Theurgie genannt. Es ist der Weg,
durch Selbsterkenntnis zur Gotteserkenntnis zu gelangen und hierdurch in einen Raum
einzutreten, in dem magisches Wirken einen wie selbstverständlich umfasst. Man
wird hier nicht zum Herrscher über die Götter, sondern zu einem Wesen, durch
das die Götter wirken. Man ist in Gott. Mit beiden
Wegen befassten sich intensiv die Neuplatoniker, insbesondere Plotin (205 -
270). Abschließend,
teilt man Magie nach ihrem Gebrauch in Klassen, erhält man folgende Einteilung: Wieso bezeichnen Sie die weisse Magie als
"Theurgie"? Theurgie
bedeutet göttliches Handeln. Ich gehe davon aus, dass man nur im Einklang mit
der Schöpferkraft ein vollkommenes Leben führen kann. Es ist also eine grundlegend
religiöse Auffassung. Doch anders als in etablierten Religionen, die durch
rituelle Gottesdienste und ein Leben nach Geboten, die Nähe zu Gott suchen,
blicke ich auf mich, auf meine Verstellungen, Vorurteile und Nachlässigkeiten.
Indem ich mich in meiner Welt zu verstehen und zu erkennen versuche, gelange
ich zu jener Wirklichkeit, die mich ausmacht. Mein „Ich“ wird hierbei
nebensächlich und mich erfasst und lebt eine himmlische Kraft; göttliches Wirken
erhellt sich mir. Dies ist ein spirituelles Geschehen. Es ist Magie, die kein
Ritual, sondern allein Aufmerksamkeit benötigt. Die
Neuplatoniker prägten einst den Begriff der Theurgie. Sie verstanden hierunter
aber die Anrufung und somit auch die Beherrschung der Schöpferkraft. Ich meine,
die Schöpferkraft erhellt sich einem nicht durch Anrufung, sondern nur durch
Hinwendung. Was interessiert Sie besonders an der Magie? Die
Selbstverzauberung und die Zauberkraft der Psyche. Ich sehe, wie wir Menschen
uns eine Welt in unserem Kopf konstruieren und wie wir bemüht sind, dieses
Konstrukt in andere Köpfe zu pflanzen, um uns auf diese Weise geistig
„fortzupflanzen“. Ich sehe, wie wir Menschen hierfür beständig Rituale erfinden
und durchführen. Dies ist eine erstaunliche Magie des Alltages, hinter der der
magische Hokuspokus der volkstümlichen Magie verblasst. Diese subtile Form der
Magie interessiert mich besonders. Die andere,
die schöpferische Magie erlebe ich; deswegen kann ich nicht sagen, sie
interessiert mich, da ich ihr nicht erforschend oder beobachtend gegenüberstehe,
sondern in ihr bin. Hatten Sie schon irgendwelche bestimmte
Ereignisse mit der Magie, an die Sie sich besonders gut erinnern? Viele für
Außenstehende womöglich erstaunliche Begebenheiten begleiten mich. Ich denke
dabei an Ereignisse, die sich wie durch Wunder fügten oder an die Begegnung mit
Menschen, die gerade im richtigen Moment, den Lauf der Dinge wesentlich
veränderten. Früher, als
ich noch okkult zauberte, kam es zu Spukerscheinungen und ähnliche
Seltsamkeiten. Ich hielt sie aber schon damals für belanglose Phänomene
niederer Kräfte. Aus diesem Grund habe ich auch recht früh mit derlei
Hokuspokus gebrochen. Er bringt nichts, außer ein wenig Gänsehaut und ein paar
sensationelle Gefühle. Jedenfalls ist er banal und erkenntnislos. – Doch ich
denke, durch diese Phase muss jeder durch, der sich den Dingen zwischen Himmel
und Erde zuwenden möchte. Wie viele magische Rituale haben Sie in etwa
schon ausgeführt? Mein Leben
ist ein einziges magisches Ritual. In diesem Sinne schreibe ich auch öfters von
der rituallosen Magie. Ist man im magischen Raum, ist alles Magie (oder
heilig). Konkrete
Rituale, in dem Sinne, den Sie meinen, habe ich wenige durchgeführt. Vielleicht
im Monat eins. Eins der liebsten magischen Rituale ist mir die Cabame, das
Sternsingerritual an Heilig-Drei-König, wenn die Buchstaben C+M+B mit geweihter
Kreide über oder an die Haustüre geschrieben werden. Denken Sie, dass jeder Magie anwenden kann? Ja.
Insbesondere die alltägliche Magie, subtiler psychologischer Beeinflussung
wendet jeder Mensch an. – Doch das meinten Sie wohl nicht mit Ihrer Frage. Aber auch
die praktische volkstümliche Magie wendet eigentlich jedermann an. Wenn Sie auf
Holz klopfen, um ausgesprochene Befürchtungen abzuweisen, wenn Sie die Daumen
drücken oder eine Kerze für den Geliebten aufstellen, all das ist ja schon
Magie. Viele handeln das als Aberglauben ab, aber das ist nur eine
Begrifflichkeit, die die Kirche prägte, um ihr eigenes magisches Geschäft
abzugrenzen und zu überhöhen. – Wer weiß denn beispielsweise, dass die
christliche Taufe in ihrem Kern ein Exorzismus ist? Ja, jeder
Mensch steht in derselben Welt, in der Kräfte wirken, die man anrufen kann.
Jeder kann sie anrufen. Ob er sie letztlich auch beherrscht oder von ihnen
beherrscht wird, steht auf einem anderen Blatt. Für welche Situation würden Sie es empfehlen,
Magie zu benutzen? Grundsätzlich
meine ich, wenn man in einem magischen Raum lebt, erübrigt sich die konkrete
Anwendung von Magie. Darüberhinaus halte ich magische Rituale, um sein Haus vor
schlechten Kräften zu schützen, oder um Kraft für eine Prüfung oder ein
wichtiges Gespräch zu schöpfen für sinnvoll. Auch um vitale Energie für eine
Heilung zu beschwören halte ich Magie als unterstützende Maßnahme zu einer
medizinischen Behandlung für nützlich. Ebenfalls meine ich, dass ein
Versöhnungsritual oft hilfreich ist, um mit anderen Menschen auszukommen.
Klären, Kraft schöpfen, Harmonie finden, dafür ist Magie ein gutes Mittel,
schließlich wirken die Rituale auf unsere Psyche, und die ist es, die
emotionale Farbe in unsere Welt trägt und sie somit grundlegend gestaltet. Sie haben bestimmt schon einmal die Magie für
sich selber ausprobiert. Für welche Situation haben Sie sie benutzt? Wie schon
erwähnt, nütze ich Magie, um meine Umgebung von schlechten Energien zu
reinigen. Ansonsten gebrauche ich sie vor allem für mir nahestehende Menschen;
denn deren Wohlergehen, ist auch mein Wohlergehen. So habe ich
beispielshalber in drei Fällen sterbenskranken Menschen Kraft geschickt, damit
sie ihre Krise überwinden und ins Leben zurückkehren konnten. Einmal verhalf
ich meiner Enkelin, durch ein Ritual zu einem Schulplatz in einer besonderen
Schule. Es war kein Platz mehr frei, und die Warteliste lang. Nach dem Ritual wurde
ein Platz frei und meine Enkelin bevorzugt. Konkret für
mich selbst nütze ich die Magie eigentlich nicht, denn da ich ein Leben in
einer magischen Sphäre lebe, fügen sich die Dinge wie von selbst. Jedenfalls
sehe ich keinen Grund, durch bestimmte magische Manipulationen irgendwelche
Gewichtungen zu verschieben. Haben Sie ein "Lieblingstritual"? Ja, ein
Ritual, das ich regelmäßig durchführe, ist die Kundalini-Mudra. Es handelt sich
hierbei um eine Meditation, durch die die Chakrenkraft harmonisiert und die
Sensibilität erhöht wird. Außerdem
pflege ich das Ritual der Achtsamkeit. Das heißt aufmerksam in die Welt blicken
und sehen was ist und nicht versuchen, das sehen zu wollen, was sein sollte.
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